Die Burg von Otranto
    
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Die Burg von Otranto (englische Originalfassung: The Castle of Otranto) ist ein Roman des britischen Politikers und Schriftstellers Horace Walpole aus dem Jahr 1764. Walpole begründete damit die später sehr erfolgreiche Romangattung des Schauerromans (englisch: „Gothic Novel“). Der Roman brach mit den Idealen der Aufklärung, die naturalistische Darstellungen und natürliche Erklärungen in der Literatur in den Vordergrund stellten. Er ist Vorläufer der romantischen Geschichten und Erzählungen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts und beeinflusst die Literatur bis in unsere Zeit. 

Manfred, der Fürst von Otranto ist besorgt um die Zukunft seines Hauses und will deshalb seinen Sohn so bald als möglich mit Isabelle verheiraten, die durch ihren Vater Friedrich selbst Ansprüche auf Otranto machen kann. Friedrich ist auf dem Kreuzzug in Gefangenschaft geraten und gilt als tot.

Auf dem Weg zur Trauung erleidet Manfreds Sohn einen tödlichen Unfall - er wird von einem riesigen Helm erschlagen. Kurz darauf erscheint eine riesige Gestalt in der Burg und löst Panik unter den Bediensteten aus. Doch Manfred hat ganz andere Sorgen. Da sein Sohn nun tot ist, will er selbst die schöne Isabelle heiraten, aber dazu muss er seine Gemahlin Hippolite überreden, in eine Scheidung einzuwilligen. Außerdem ist da noch Theodor, der sich unschuldig Manfreds Zorn zuzieht, durch die Fürsprache Mathildens, Manfreds Tochter, gerettet wird und später Isabelle bei deren Flucht vor Manfreds Nachstellungen hilft.

Die Situation spitzt sich zu, als 500 Bewaffnete vor der Burg erscheinen, die ein riesiges Schwert mit sich führen und im Namen Friedrichs die Herausgabe von Isabelle fordern. Auch taucht die riesige Gestalt wieder in der Burg auf und man munkelt allenthalben von einer alten Prophezeiung, die Burg und Herrschaft Otranto solle dem Geschlecht Manfreds entwendet werden, wenn dem wirklichen Besitzer seine Behausung zu enge würde.

Die Burg von Otranto gilt als erste Gothic Novel und damit als Wegbereiter für Dracula, Frankenstein und co. Die anonyme deutsche Übersetzung von 1810 ist in einer auch damals schon altertümlichen Sprache gehalten.

Horace Walpole, 4. Earl of Orford (1717-1797) war ein britischer Schriftsteller, Politiker und Künstler. Er gilt sowohl als Begründer der Gothic Novel als auch des englischen Landschaftsgartens. 1754 nutzte er in seinen Briefen den wissenschaftlichen Begriff Serendipity, den der Soziologe Robert K. Merton dann prägend verbreitete.

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